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Marion Wulle
Würden 1
57548 Kirchen
Adresse bei Google Maps anzeigen
E-Mail
wulle.wuerden@gmx.de

Genre

  • Kurzgeschichten
  • Geschichten für Kinder
  • Krimis
  • Mysteriöses

Mitgliedschaft

2000 - 2007: Mitglied der literarischen Werkstatt im Haus Felsenkeller, Altenkirchen

Geburtsjahr

1964

Geburtsort

Dortmund

Vita

  • Geboren und aufgewachsen in Dortmund, seit 1990 wohnhaft in Kirchen, hauptberuflich Hausfrau und Mutter, nebenberuflich Floristin.
  • Durch das allabendliche Geschichtenerzählen für meine Kinder bin ich an das Schreiben gekommen. Nahtlos bin ich dann zu Mordsgeschichten übergegangen. Die Lust am Schreiben ist mit den Jahren gewachsen und sprießt seitdem fröhlich vor sich hin.
  • Ich schreibe was mir in den Sinn kommt oder ich lasse mich von meinen Träumen inspirieren, denn Nachts im Schlaf erschafft mein Hirn so manchen Kosmos der absurden Möglichkeiten.

Selbstdarstellung

  • Gemeinsam mit meiner literarischen Freundin Gesa Frerichs-Matrisch kann man uns zu Lesungen einladen. Als „Die eine und die Andere“ sind wir Lesefrauen für fast jede Gelegenheit.
  • Cafe 66
    Schwarz ist eine Hautfarbe bei der viele Menschen in einem Zugabteil interessiert, desinteressiert hinschauen. Der Mensch, der einem gegenüber sitzt macht neugierig.
    Wo kommt er her, was will er hier?
    Fragen würde ihn niemand, jedenfalls nicht in dem Zugabteil, in dem ich saß.
    Der Typ mit den Stöpsel im Ohr zuckte im Rhythmus der Musik, die aus seinem MP3 Player zu mir rüberstampfte. Seine Finger glitten flink über die Tastatur seines Handys. Ob es ihn interessierte, dass gerade ein Schwarzer ins Abteil eingetreten war, war fraglich. Nur kurz hatte er aufgeschaut, aufgrund der Bewegung, die er im Abteil registrierte.
    Eine alte Dame war mit ihrem Strickzeug beschäftigt. Ob es ein Schal wurde oder Socken, ich wusste es nicht. Ich habe keine Ahnung vom Stricken.
    Der Schwarze setzte sich neben mich. Ein Platz zwischen uns blieb leer.
    Ich war in ein Buch vertieft um die Fahrzeit zu verkürzen. Er hatte höflich gegrüßt und dabei gelächelt. Ich grüßte zurück, die alte Dame schwieg, der Typ mit den Stöpseln hörte es wohl kaum.
    In diesem Moment war mir nicht klar, was auf mich zukam. Wie auch.
    Wäre es mir bewusst gewesen, hätte ich dann reagiert?
    Mit Flucht? Vor einem Schwarzen?
    Ich bin kein Rassist und seine Hautfarbe spielt in dieser Geschichte keine Rolle.
    Wie gesagt, interessiert, desinteressiert. Ich sah ihn nicht weiter, ich las mein Buch.
    Bis die alte Dame ausstieg. Sie verlor ihr Wollknäuel, und auf dem Weg nach draußen ribbelte sich ihr Strickwerk ab. Der Schwarze hob das Knäuel auf und lief der Dame hinterher. „Hallo Frau,“ rief er mit starkem Akzent. „Hallo Frau!“
    Die alte Dame wurde schneller.
    Ich stand auf und rief ebenfalls. „Hallo, sie haben ihr Wollknäuel verloren!“
    Sie drehte sich um und schaute verwirrt auf die Bescherung, sagte dann aber „Oh ja danke“, ging auf den Schwarzen zu, nahm ihr Wollknäuel und beeilte sich hinaus-zukommen. Wir lachten. Selbst der Stöpseltyp konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
    So kamen wir ins Gespräch. Sein Name war Femi. Er sprach sehr gut Englisch.
    Sein Deutsch war eher bescheiden. Er kam aus Nigeria und er war nett. Ich mochte ihn. Wir verabredeten uns. Warum auch nicht.
    Unsere Verabredung war ungewöhnlich. Am Samstag, den 06.06 im Cafe 66. Nie gehört davon, aber egal, ich war neugierig.
    Was an einer solchen Verabredung ungewöhnlich ist?
    Es war Februar als ich ihn traf, und er wollte mich erst am 06.06 treffen.
    Auf mein Warum antwortete er: „Ich bin so lange weg“
    Da fragt man nicht weiter, oder ?.......................................................
    @Marion Wulle